Fünf Tipps, einen Briten zu bitten, etwas für Sie zu tun

November 16th, 2018 Business Skills


Ich habe viele Jahre in der Kommunalverwaltung in Großbritannien gearbeitet. Die Arbeit war manchmal etwas knifflig, weil ich oft Leute bitten musste, Dinge zu tun, die ich nicht geschafft hatte oder für die ich nicht verantwortlich war. Eine direkte Aufforderung etwas zu tun, war nicht immer erfolgreich und hat nicht zu Zusammenarbeit geführt. Ich musste erst lernen, dass wenn man Gemeinsamkeiten und einen persönlichen Bezug aufbaut, die Aufforderung eher angenommen wurde.

In seiner eigenen Kultur wird man vielleicht als hervorragender Kommunikator angesehen, aber was in Deutschland gut funktioniert, kommt in einer anderen Kultur und in unserem Beispiel in Großbritannien, möglicherweise nicht gut an.

Ich erinnere mich, dass wir eine deutsche Mitarbeiterin in unserem Büro hatten. Es war ihr erster Job in Großbritannien. Sie war sehr kompetent, und wurde respektiert. Ihre Art, mit Kolleginnen und Kollegen umzugehen, verwirrte jedoch einige. Es schien, als ob die davon ausging, dass ihre Wünsche, Erwartungen und Forderungen für andere Menschen sofort ersichtlich waren. Obwohl sie durchaus gemocht wurde, vermieden einige Kolleginnen und Kollegen es, Dinge für sie zu übernehmen.

Im Vergleich zu anderen englischsprachigen Ländern und Deutschland ist Großbritannien ungewöhnlich, da es eine eher beziehungsorientierte Geschäftskultur gibt. Meiner Erfahrung nach wird das Alltagsgeschäft auf einer persönlicheren Ebene betrieben. Erin Meyer hebt dies in ihrem Buch „The Culture Map“ hervor.

Erfolgreiche Zusammenarbeit entsteht dann, wenn eine Art Vertrauen und gegenseitige Bindung aufgebaut wird. Hier sind einige Tipps, die auf meiner Erfahrung in Großbritannien basieren:

Erstens: Ich finde es gut, mit ein bisschen Small-Talk zu beginnen, um ein „Rapport“, d.h. eine Verbindung mit der anderen Person, aufzubauen. Zeigen Sie, dass Sie sich für die andere Person und ihre Aufgaben interessieren. Gibt es Gemeinsamkeiten mit der anderen Person? Aber Vorsicht: Der Small-Talk sollte nicht zu lange dauern!

Zweitens: Seien Sie klar und prägnant, in dem was Sie von der Person verlangen – wenn nötig, würde ich die Gründe nach der Aufforderung und nicht vorher nennen. Obwohl Sie Small-Talk gemacht haben und eine gewisse Beziehung aufgebaut haben, ist es wichtig, klar zu sein, was die Person tun soll.

Drittens: Benutzen Sie Adjektive und Adverbien, wenn Sie jemanden bitten, etwas zu tun. Dies wird in der britischen Kultur häufig verwendet. Es ist eine Art formale Höflichkeit, die dem anderen Respekt und Wohlwollen entgegenbringt. Meiner Meinung nach ist es eine britische, und komplexere Art, die deutsche „Sie“-Form zu verwenden.
minor, possibly, quite, relatively, somewhat…

Vier: Stellen Sie offene Fragen, wenn Sie von der Person Engagement erwarten. Auch dies ist eine Form der Höflichkeit, die Respekt vor dem anderen zeigt.
How difficult would it be for you to…?
When would you be able to do this by?
What’s possible for you?

Fünftens: Zeigen Sie am Ende Ihrer Anfrage Anerkennung – meiner Erfahrung nach reagieren britische Kolleginnen und Kollegen gut darauf. Phrasen, die Sie verwenden könnten, sind:
‚Thank you for your time‘
‚I appreciate you doing this‘
Oder man könnte sogar persönliche Dankbarkeit zeigen: ‚I’m pleased about this‘

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